Reviews - Bücher - Klassiker

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Hier also die Klassiker, eine Art "Literaturkanon". Nein, hier stehen keine Zusammenfassungen von "Faust", "Nathan der Weise" oder ähnlichen Werken, mit denen wir alle schon in der Schule gequält wurden, sondern wirklich gute und interessante Bücher, die jeder gelesen haben sollte; alles aus dem Bereich "Utopische Literatur". Natürlich ist auch diese Liste rein subjektiv...

George Orwell - 1984
Anthony Burgess - Uhrwerk Orange
Ray Bradbury - Fahrenheit 451

George Orwell - 1984

Wer das Buch nicht kennt, kennt zumindest sicher den Ausdruck "Großer Bruder", spätestens seit der gleichnamigen Fernsehsendung (kennst Du nicht? Dann übersetz' "großer Bruder" mal ins Englische, du Intelligenzbolzen...).
"1984" (geschrieben übrigens 1946) beschreibt einen Staat, in dem alles und jeder ständig überwacht wird. Sinnbild für die Überwachung ist der "große Bruder", eine imaginäre Führerfigur, die jeder zu lieben hat. Die Hauptfigur Winston Smith arbeitet im Wahrheitssministerium und muss, je nach momentaner politischer Situation, die Geschichtsbücher und Zeitungen umschreiben. Denn die Vergangenheit ist keineswegs festgelegt, sondern kann jederzeit angepasst werden! Im wesentlichen bezieht sich diese Anpassung darauf, mit welchem anderen Staat (es gibt nur 3 Staaten: Eurasien, Ozeanien und Ostasien) gerade Krieg herrscht und welcher Verbündeter ist. Ausserdem ist die führende Partei gerade dabei, die Sprache so umzuwandeln, dass Begriffe, die der Staatsführung schaden könnten wie z.B. "Freiheit" einfach nicht mehr vorkommen, weder in der gesprochenen Sprache ("Neusprech") noch in Gedanken ("Zwiedenk"). Winston erträgt dieses System bald nicht mehr und sucht nach der legendären Bruderschaft, einer Widerstandsgruppe. Er trifft schliesslich auf O'Brian, der scheinbar ebenso denkt wie er. Ausserdem verliebt er sich in Julia, ebenfalls Parteiangehörige, mit der er sich heimlich treffen muss, denn Paarbeziehungen sind ebenso verboten wie selbständiges Denken. Doch O'Brian entpuppt sich als treuer Anhänger des "großen Bruders" und verrät beide an die Partei. Schließlich landet das Paar im Umerziehungslager und lernt, nur den großen Bruder zu lieben...
Was soll ich zu dem Buch noch als Kommentar schreiben?

Anthony Burgess - Uhrwerk Orange

Diese Buch handelt von Alex, einem überaus gewaltätigen jungen Mann, dessen Hobbies eigentlich nur aus 2 Dingen bestehen: Gewalt und die Musik von Ludwig Van (Beethoven!!). Nachdem er gemeinsam mit seinen Droogies (3 andere Jungs mit gleichem Lebenswandel) mal wieder bei einem Ehepaar eingebrochen ist, den Mann zum Krüppel geschlagen und die Frau vergewaltigt hat, wird er verhaftet und in den Knast gesteckt. Natürlich fühlt er sich dort nicht besonders wohl, und stimmt sofort zu, als er als Testperson für ein neues Resozialisierungsprogramm ausgewählt wird, in der Hoffnung, danach schnell wieder in dei Freiheit entlassen zu werden. Er erkennt nicht, dass dieses Programm eigentlich nicht ihm, sondern nur den Politikern nützen soll, die ihn dadurch zum "Vorzeigekriminellen" machen wollen. Das Programm besteht im wesentlichen darin, dass seine Persönlichkeit gebrochen wird und er durch Psychoterror unfähig gemacht wird, Gewalt auszuüben. Jedesmal, wenn er gewalttätige oder sexuelle Gedanken hat, empfindet er nun körperlichen Schmerz. Als er schließlich entlassen wird, ist er ein psychisches Wrack. Seine Eltern haben einen neuen "Adoptivsohn", Alex wird von seinen alten Kumpels fertiggemacht und zu allem Unglück kann er noch nicht mal mehr "Ludwig Van" hören, da die Psychofolter mit dessen Musik unterlegt wurde und er dabei die gleichen Schmerzen empfindet wie beim Ausüben von Gewalt.
Tipp: Wer ungern liest, kann sich natürlich auch den gleichnamigen Film von Stanley Kubrick ansehen. Allerdings sind Film und Buch in einigen Punkten nicht identisch!
Extra-Tipp: Auch wenn Du Buch oder Film ganz, ganz toll findest: Bitte lass Dir keine Motive daraus tätowieren. Es ist langsam echt nicht mehr originell!!!

Ray Bradbury - Fahrenheit 451

Dieser Roman spielt im Amerika der Zukunft. Die Gesellschaft ist durch ständiges Fernsehen gleichgeschaltet und verdummt, Bücher sind verboten (sie könnten ja zum selbständigen Denken anregen), und falls doch jemand welche besitzt, werden sie durch die Feuerwehr verbrannt. Die Hauptfigur, der Feuerwehrmann Guy Montag, lebt in einer ruhigen Vorstadt, gemeinsam mit seiner Ehefrau, die sich mehr für ihre "Fernsehfamilie" als für ihn interessiert. Er lernt bald Clarisse, ein seltsames Mädchen aus der Nachbarschaft kennen, die offensichtlich von Büchern fasziniert ist und sich unüblicherweise über die Welt um sich herum Gedanken macht. Als sie plötzlich verschwindet, beginnt Montag, bei seinen Einsätzen heimlich Bücher zu retten und sie zu Hause zu verstecken. Doch seine Frau verrät ihn und er muss fliehen, um der Verhaftung zu entgehen. Ausserhalb der Stadt trifft er dann auf eine Gruppe von Männern, die jeder ein Buch der Weltliteratur auswendig gelernt haben und darauf warten, dass ihr Wissen in einer besseren Zukunft wieder benötigt wird.
Noch 'ne Erklärung zum Titel: Fahrenheit 451 ist die Temperatur, bei der Papier Feuer fängt (zumindest laut Bradbury, ich hab's noch nie nachgemessen...)
Auch zu dem Buch gibt's nen Film, hab ich aber selbst noch nicht gesehen.

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